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Die Sprache der Steine.

Der studierte Elektroniker kam 2003 zu Hamilton Medical als Software Ingenieur. In seinem 80-Prozent-Pensum ist Andreas Anderegg einerseits zuständig fürs Systemdesign und die Software-Architektur und andererseits für die Regelungstechnik der Beatmungsgeräte. An der vielseitigen Tätigkeit schätzt der 57-Jährige die Konzeptarbeit und das Entwickeln von Software. Aber auch der Austausch untereinander sei sehr spannend. „Gerade was Tools angeht, bringen die Jungen viel neues Know-how mit. Sie wiederum profitieren von meiner Erfahrung. Software ist sehr schnelllebig, doch auch das Fundament muss stimmen. Für optimale Resultate braucht es beides, sowohl die neuste Technik wie auch Erfahrung. Wir ergänzen uns gegenseitig.“

Einfach mal machen

Als Ausgleich zum rationalen Denken im Job arbeitet Andreas in der Bildhauerei intuitiv. Die Figuren entwickeln sich im Kreationsprozess – aus einer Anfangsidee entsteht mit der Zeit ein Kunstwerk. „Es braucht Mut, einfach mal loszulegen und zu sehen was sich daraus entwickelt.“ Seit acht Jahren befasst sich Andreas intensiv mit der Bildhauerei, eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit, die ihm als idealer Ausgleich zum kopflastigen Alltag dient. Auf der Webseite niente.ch stellt er seine Werke im virtuellen Museum aus. Der Name „niente-arte“ bedeutet für ihn die Gratwanderung zwischen Nichts und Kunst. „Als Künstler sollte man einfach mal mutig sein und etwas ausprobieren. Ohne das Ergebnis zu kennen.”

Yin und Yang zum 50. Jubiläum

Dass Andreas Kreationen gut ankommen, zeigt die Geschichte seines jüngsten Projekts. Vor ein paar Monaten verkaufte er eine seiner Figuren an eine Familie in Bonaduz. Wie der Zufall so will, wohnt die Gemeindepräsidentin Elita Florin gleich nebenan. Sie kontaktierte Andreas, um mehr über seine Skulpturen zu erfahren. Die Mischung aus Hamilton-Mitarbeiter und Künstler überzeugte schliesslich und Andreas erhielt den Auftrag eine Skulptur zu kreieren. (Ein Geschenk der Gemeinde Bonaduz zum 50. Jubiläum der Hamilton).

Kommunikation als Schlüssel für mehr Harmonie

Die beiden Figuren verkörpern Yin und Yang; Gegenpole, die sich ergänzen. So steht die weisse schwebende Skulptur eher für das Mutige, Aufstrebende und Jugendliche. Die schwarze Skulptur hingegen ist eher defensiv, bedächtig und abwartend. Und auch die Herkunft und Farben der Steine haben eine Bedeutung: Der weisse Stein aus Südtirol repräsentiert das Bekannte, während der schwarze Marmor aus Südafrika das Fremde symbolisiert. „Sich Zeit nehmen zum Kommunizieren ist das Kernthema der Figuren“, erklärt Andreas sein Konzept. „Überall dort, wo verschiedene Kulturen aufeinander treffen, wird die differenzierte Kommunikation immer wichtiger.“ Diese ergänzenden Gegensätze wollte Andreas bildlich darstellen und zu mehr Verständnis für die Eigenart jedes Einzelnen aufrufen – ob im privaten Rahmen oder im Unternehmen.

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